CVJM Pfalz e.V. - Landesverband

Bericht von Katharina (Volontärin in Costa Rica)

Hallo zusammen,

jetzt bin ich schon über einen Monat in Costa Rica und ich habe so einiges erlebt.

Ich war schon auf einem ersten längeren Ausflug. Freitag haben wir frei bekommen und wir, das sind die anderen Freiwilligen und Nora, eine ehemalige Freiwillige, die  zu Besuch war, sind um 6:00 mit dem Bus nach Puerto Viejo gestartet. Ca. um 12:00 sind wir angekommen und sind auf Empfehlung einer anderen ehemaligen  Freiwilligen in einem sehr schönen Hostel untergekommen. Wir haben zu viert mit noch zwei  „Fremden“ in einem 6-er Schlafsaal geschlafen.

Nachdem wir kurz unsere Sachen abgeladen haben, sind wir natürlich direkt zum Strand, der wirklich überall postkartenreif ist. Wenn man sich dann noch eine  Kokosnuss kauft und diese unter Palmen schlürft ist das Karibikfeeling perfekt.


Am nächsten Tag haben wir uns Fahrräder für umgerechnet 3 Euro für einen ganzen Tag gemietet und sind zu einem noch schöneren Strand außerhalb der Stadt gefahren. Vorher gab es noch das perfekte karibische Frühstück mit Rührei, Ananas, Papaya und Guanabana Marmelade (eine auch im Fruchtsaft sehr lecker schmeckende Frucht).
Abends sind wir karibisch essen gegangen. Typisch dafür sind die „Rice and Beans“, das dem Gallo Pinto sehr nach ist, jedoch mit roten Bohnen und Kokosnussmilch  gemacht wird. Auch der Fisch hat sehr lecker geschmeckt.
Danach waren wir noch Cocktails trinken.
Am Sonntag sind wir schon um 04:45 aufgestanden, um pünktlich zur Öffnungszeit um 6:00 als erste Besucher im Nationalpark von Cahuita zu sein, damit wir mehr  Tiere sehen. Mit ein bisschen Geduld und so einigem Schweigen haben wir letztendlich so einiges gesehen, aber auch gehört:
viele verschiedenen Krebsen in bunten Farben, eine giftgrüne Schlange, den Gesang vieler verschiedener Vögel, auch Kolibris, mehrere Eichhörnchen, einen Waschbär, Schmetterlinge in schönen Farben, Eidechsen, etwas leguanartiges, was ich nicht näher bestimmen kann, einen Seestern (der Nationalpark liegt direkt am Strand) und mein Highlight: Mantelbrüllaffen. Diese hat man die ganze Zeit gehört. Nachdem Sofia einen entdeckt hatte, kamen nach einiger Zeit stillen Ausharrens immer mehr der Affen zum Vorschein (ca. 6 Stück), die es sich über unseren Köpfen gemütlich machten. Man konnte sogar ein Affenbaby mit der Mutter beobachten und ein Affe hat Katrin angepinkelt. Danach ging es wieder zurück nach San José.

Die Arbeit hat jetzt auch richtig angefangen. Ich bin bei den Babys, also bei den 1-3 Jährigen. Das heißt spielen, trösten, kuscheln, Milch warm machen, Windeln wechseln, Pyjama anziehen, Füttern, zum Einschlafen bringen und so einiges mehr.

Ich bin gern bei den Kleinen und es ist schön zu sehen, wie sie immer mehr Vertrauen zu einem fassen. Ich muss mir noch  überlegen was für ein Programm ich mit den Babys machen werde. Da haben es meine Mitfreiwilligen etwas leichter. Aber ich hab zum Beispiel schon etwas mit stark verdünnter Wasserfarbe gemacht, die von den Kindern mit Strohhalmen in alle Richtungen gepustet werden sollte. Das hat ganz gut geklappt. Doch da konnten nur die größeren mitmachen und auch die haben teilweise ihren Strohhalm zerkaut. Außerdem hält die Konzentration in dem Alter nicht so lange, sodass das Interesse daran nach einiger Zeit verloren war.

Insgesamt kann man sagen, dass der Begriff "schwererziehbar" bei einigen Kindern nicht übertrieben ist. Selbst die allerkleinsten beißen, kratzen, pitschen und spucken schon. Einmal wurden Sofia und ich von den Kindern mit Schuhen geschlagen und einmal wurde mir von einem 3-jährigen ins Ohr gespuckt.   Zur Strafe werden sie dann immer in ein Kinderbett gesetzt und dürfen nicht spielen. Bei den älteren ist die Bestrafung teilweise schwieriger, weil einige sowieso immer zur Strafe in einem Babystuhl sitzen, es also Alltag für sie ist.
Das ganze ist aber weniger schlimm als es sich wahrscheinlich anhört. Es wird irgendwie zum Alltag.
Die Erzieher haben uns erzählt, dass einige der Kinder zuhause geschlagen werden und ein Mädchen kam mal weinend zu mir, weil sie ihren Ohrring verloren hat und nun von ihrer Mutter zuhause geschlagen wird. Ich war einigermaßen überfordert damit, was ich darauf antworten sollte und habe sie letztendlich kuschelnd getröstet.

Ganz verspätet kann ich auch noch über den Nationalfeiertag im September berichten. Allgemein hängen den ganzen September überall Dekorationen in den Nationalfarben. Außerdem haben die Kinder täglich die Nationalhymne gesungen (stramm stehend). Am 15. September war der Nationalfeiertag. Da gab es im ganzen Land Umzüge.

 

 

Bei einem ist auch meine Gastcousine Hillary mitgelaufen   und ich hab mir den Umzug mit meiner Gastfamilie angeguckt. Es laufen immer verschiedene Gruppen mit eigenen Uniformen, Fahnen und teilweise Musik machend vorbei.

 

Viele liebe Grüße aus Costa Rica an meine Heimat!

Katharina/Katie

  PS: Das Bild zeigt den Blick meine Straße hinunter.
  Wie immer freue ich mich über Antworten.

 

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